Weltall-Faszination

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Schon seit ich denken kann war ich vom Weltall fasziniert. Weit entfernte Galaxien, schwarze Löcher, Raum-Zeit-Theorien und alles was dazu gehört habe ich mit jungen Jahren in Büchern förmlich aufgesaugt. Auch heute noch schaue ich mir dazu gerne Dokumentationen an oder belese mich im Internet über neue Entdeckungen. Seltsam irgendwie, kein Mensch in meinem Umfeld interessiert sich dafür. Auch seltsam: Ich mag eigentlich keine Sci-Fi Filme. Wobei es natürlich Ausnahmen gibt. Mehr dazu im heutigen Beitrag.

„Was ich nicht verstehe, mag ich nicht“
Ein Zitat meiner Mutter. Auch wenn ich mit ihr über wirklich alles reden konnte … jeden Horrorfilm analysieren, jedes Buch auseinander nehmen oder gemeinsam bei neuen Supernatural-Folgen mitfiebern konnte .. Das Thema Weltall & Co. war tabu. In meinem Freundeskreis sieht es mit ähnlicher Begründung aus: „Als Mensch kann man das eh nicht alles verstehen.“ heisst es dann. Aber genau deswegen fasziniert mich das Thema. Klar, die Wissenschaft hat viele nahliegende Theorien auf Lager. Doch fragt man sich beispielsweise, was vor dem Urknall war, hören die Erklärungen auch leider meistens schon auf. Es ist das Unbekannte daran, was mich anzieht. Vielleicht ist es auch der Freiraum, seine eigenen Theorien dazu schmieden zu können, ohne dass es irgend ein anderer Mensch 100%ig dementieren könnte.
Beispiel gefällig? – Einige Wissenschaftler halten es für eine 20-50% hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir und alles was wir kennen eine Computer-Simulation ist. Zugegeben, darüber habe ich noch nicht weiter nachgedacht. Aber wer weiß?

Die Milbe auf dem Mauspad
Es ist schon einige Jahre her, da saß ich vor meinem PC (Ich glaube es war einer dieser langen Diablo 2-Nächte..), da lehnte ich mich mit einem Gläschen Weisswein zurück und betrachtete mein schon abgenutztes Mauspad. Sicher leben da einige oder ein Dutzend kleinste Milben darauf, dachte ich. Für die muss das Mauspad ein gigantisches Land sein. Was würden sie wohl denken, wenn sie (wie wir) denken könnten? Was ist das ausserhalb ihrer kleinen Mauspad-Welt? Auch sie haben einen Tag und Nachtwechsel (inbesonders wenn die böse Maus drüberrollt) und wenn ich nun mein Glas versehentlich aufs Pad verschütten würde, hätten wir wohl eine neue Sintflut! Die Milbe (wohlgemerkt mit einem menschenähnlichen Verstand) würde wohl auch so ihre Theorien kreiiren, was ausserhalb ihres ‚Planeten‘ vor sich geht. Doch niemals könnte sie doch die Realität erkennen und verstehen, wie wir sie kennen.

gehirn-und-universum
Doch nimmt man nun die gewaltige, unendliche Größe des Universums sind wir doch zugegeben auch nur eine Milbe, die nach draussen blickt. Da fand ich beispielsweise die Endsequenz von Men in Black sehr ansprechend: Wie aus unserer Erde rausgezoomt wurde, raus aus unserem Sonnensystem, unserer Galaxie und immer weiter…. bis das Ganze in einer Murmel drin war, mit der widerrum irgendwelche Aliens spielten.
Vielleicht sind wir keine Murmel, viel mehr ein Gehirn? – Wie auf dem Bild oben finde ich die Gemeinsamkeiten zwischen einem neuralen Netzwerk (links) und einer Materie-Verteilung erschreckend ähnlich.
Alles Quatsch meint ihr? – Und das ist das Schöne an dem Thema: Beweisen kann man nichts^^

Bei Filmen ist es anders
Okay, verlassen wir die wirren Theorien und gehen zu einigen beliebten Filmen über. (Auch wenn ich es begrüßen würde, wenn solch wirre Theorien mal im Mittelpunkt eines Films stehen^^)
So gerne ich auch meine Gedanken kreisen lasse: In Filmen möchte ich nur menschenmögliches sehen. Ich hab alte Kleidung an, also her mit den Tomaten: Ich hasse Star Wars. Mit solchen Filmen werde ich wohl nie etwas anfangen können, weil wir Menschen dieses aufgeladene Sci-Fi-Szenario niemals erleben würden. Ich weiss, das muss es auch gar nicht. Man erwartet bei Fantasy-Filmen ja schließlich auch nicht, dass es irgendwann Elfen und Drachen in Wirklichkeit gibt. Doch bei Sci-Fi Filmen ist mir, warum auch immer, eine gewisse Realitätsnähe sehr wichtig.

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Gravity könnte sich beispielsweise an einer wahren Begebenheit orientieren, denn der Film zeigt ausschließlich heutige Standards, verbunden mit einer Katastrophe, die man keinem Astronauten wünschen würde. Leider konnte mich der Film letzte Woche auf Netflix nicht wirklich in den Bann ziehen. Klar, die Bilder waren top, der Soundtrack passend und dezent eingesetzt und als alter Sandra Bullock-Fan kann ich mich ohnehin nicht beschweren.
Doch was in dem Film einfach nicht auszuhalten war, waren die Dia- und Monologe der jeweiligen Charaktere (und es gibt ja nur zwei Charaktere!) Ich habe wirklich nichts gegen George Clooney, aber dieses „cooler-Typ-Image, egal was passiert“ ging mir mächtig auf den Keks. Und auch Sandra’s Gelaber ging mir zum Ende des Films gegen den Strich. Es wirkte so deplatziert. Einfach mal die Klappe halten hätte da der Stimmung weitaus besser getan.

Aber natürlich dürfen Filme auch etwas weiter gehen, damit sie mir gefallen. Da haben wir beispielsweise das Meisterwerk Arrival. Ich bin kein Fan von Aliens (es sei denn, sie wurden von H.R. Giger entworfen), doch glaube ich selbstveständlich an außerirdisches Leben irgendwo da draussen. Jede andere Ansicht wäre höchst egoistisch, denn es muss ja nicht gleich eine hochzivilisierte Kultur sein, die uns mit einem Wimpernschlag (Sofern sie Wimpern haben) ausrotten könnten. Viel mehr glaube ich an irgendein anderes Sonnensystem, in dem ein Planet mit Wasser herrscht und somit auch Lebewesen. Das wars. Und wenn sie doch weiter entwickelt sind wie wir, dann bitte keinen Independence Day-Schinken, so meine Befürchtung bei Betrachten des Arrival-Plakates.

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Und was soll ich sagen… ich habe diesen Film mit Milli geschaut und gegen Ende hin war ich aufgewühlt, vermischt mit Freude, Tränen und Faszination. Viel mehr Worte möchte ich dazu noch nicht verlieren, denn zum Einen hat dieser Film, wie demnächst auch Interstellar, ein eigenes Review verdient. Zum Anderen wird er demnächst auch ein Kanditat für unsere Filmnacht. Apropos, solltet ihr Interstellar in der letzten Filmnacht verpasst haben, unbedingt nachholen! 🙂

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Eine Antwort to “Weltall-Faszination”

  1. modrome Says:

    Sei versichert, Du bist nicht alleine in diesem Universum! ;-D
    Ungemein faszinierend und gleichzeitig auch verstörend. Kurzgefasst ist es das, was ich bei dem Thema regelmäßig empfinde. Reden wir über den Kosmos, schauen wir im Allgemeinen nach oben. Tja, der Kosmos ist aber auch in der anderen Richtung. Schöne Geschichte mit deinem Mauspad. 🙂 Soweit bin ich regelmäßig begeistert und gespannt, was wir noch entdecken werden.
    Ja, es kann aber auch verstören. Nehmen wir einfach den eigentlich simplen Begriff „Unendlich“. Für mich ein schwer zu
    erfassender Begriff, is doch alles was wir täglich sehen und erleben endlich. Schauen wir doch noch einmal auf dein Mauspad. Dieses mal aber ein bißerl genauer, vorbei an den Milben und auch an den Atomen. Irgendwann landen wir bei den Quanten- u. String-Theorien. Halleluja, was`n da noch alles los und wie weit geht`s da noch, etwa auch unendlich? Wo stehen wir eigentlich in dieser Unendlichkeit? Puhh, definitiv übersteigt das mein einfaches Gehirn. Bin dann wieder froh, dass ich mir nur um den endlichen Raum meines Kühlschranks und wie ich ihn fülle Gedanken machen muss. 😉
    Da ich weit davon entfernt bin ein schlauer Mensch zu sein, schau ich übriegens gerne Harald Lesch. Auf sympathische Weise und ohne sich zu sehr in Details zu verlieren, bringt er einem viele komplexe Details näher.

    Okay, kommen wir noch „kurz“ zu Filme und Realismus:
    Fantasy und SciFi sind zumeist fernab der Realität und das ist für mich auch gut so. Lass mich gerne aus dem Alltag entfühhren und hinterfrage dort auch nicht alles. Alien, Battlestar Galactica u.v.m. sind klasse und ich oute mich auch gerne mit Star Trek und Star Wars! Star Wars aber bitte die alten (incl. VII), bin ich halt mit groß geworden. 😉
    Gravity hingegen bereitet mir Probleme, da er uns halt nicht irgendwo hinbringt. Nein, er will uns, durch die Nutzung von
    „alltäglichen“ Dingen wie Shuttle, ISS, Hubble etc., realitätsnähe vorgaukeln. Ansich hat mich ja genau das sogar interessiert, aber was da im All alles passiert is dann wieder so fernab der Realität, dass einem die Haare zu berge stehen. Entfernungen, Geschwindigkeiten und verschiedene Flugebenen spielen absolut keine Rolle mehr. Ok, könnt ma ja noch sagen, Popcorn raus, Hirn aus und Action genießen. Aber, da stimme ich dir dann zu, richtig mitreißend is das ganze dann auch nicht. Viel Phatos, ein über den Dingen schwebender Clooney und seichte Dialoge. Hatte immer das etwas unangenehme Gefühl, einen Roland Emmerich Streifen zu schauen. Tolle Bilder sind halt nicht alles. Abschrecken möcht ich nu aber auch nicht, mit der richtigen Erwartungshaltung ist es solide Unterhaltung.

    Ähm, schau grad nach oben, wollt eigentlich nur kurz antworten..
    Naja, war aber auch ein mächtige Vorlage von dir. 😉
    Auf deine beiden geplanten Reviews freu ich mich auf jedenfall.
    Mach`s gut und lass dich nich ärgern.
    CU

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