Passengers: Review und Fazit

Trailer sind ja meist ein wichtiger Indikator und eine Entscheidungshilfe, einen Film überhaupt sehen zu wollen. Bei Passengers kann die Erwartungshaltung dabei schnell falsch deklariert werden. Daher wünsche ich viel Spaß mit dem kleinen Review und meiner eigener Meinung (Info: Ich verweise nochmal deutlich vor den letzten Abschnitten des Artikels, sobald Spoiler vorkommen.)

Das Spaceship Avalon befördert über 5.000 Menschen auf einen bewohnbaren Planeten namens „Homestead II“. Da die Reise durch das All 120 Jahre andauert und die Passagiere kein Rentertreff auf der Kolonie feiern möchten, liegen diese in einem Kryoschlaf, wodurch der Alterungsprozess gestoppt wird. Doch zwei Schlafkammern erleiden einen anscheinenden Defekt, wodurch Jim Preston (Chris Pratt, bekannt aus „Jurassic World“) und Aurora Dunn (Jennifer Lawrence, „Die Tribute von Panem“) zu früh aufwachen – Ganze 90 Jahre vor der Ankunft!

Der Trailer mag zunächst hochspannende Action-Sci Fi vorgaugeln, daher lasst euch gesagt sein, dass es sich hierbei eher um eine äußerst gute Sci-Fi Romanze handelt. Man könnte den Film als ‚Titanic im Weltall‘ bezeichen, wobei Regisseur Morten Tyldum auch wunderbare, emotionale Momente in Anbetracht der psychologischen Entwicklung der beiden Protagonisten eingefangen hat. So erleben wir den isolierten Menschen, fernab einer Heimstätte und weiteren Lebewesen auf einer Reise ohne Ziel. Doch im Spoiler-Abschnitt dazu nochmal mehr.
1

Unvermeindlich dabei natürlich das Love Interest zwischen Aurora und Jim, welches jedoch nie aufgezwungen oder Fehl am Platz wirkte. Ähnlich wie bei Sandra Bullock/George Clooney in Gravity fokussiert sich Passengers auf die Charakterentwicklung der Protagonisten. Im letzten Drittel des Films wird es dann nicht nur (liebes-)dramatisch, sondern auch äußerst spannend. (Schließlich müssen die Szenen des Trailers ja auch irgendwann mal kommen^^)
Denn war es wirklich nur ein böser Zufall, dass zwei der zahlreichen Schlafkammern ausgefallen sind oder steckt mehr dahinter?

Spoilerfreie Meinung:
Hat man die Mentalität des Filmes erst einmal verstanden kann man sich dank der beiden grandiosen Schauspieler und der Inszenierung schnell drauf einlassen. Besonders in der ersten halben Stunde versteht es Passengers so gut die verzweifelnde Isolation zu transportieren, sodass ich an gewisse Stellen mit Chris Pratt etwas träneln musste. Der Soundtrack ist je nach Situation stets authentisch integriert und auch die visuellen (wenn auch seltenen) Darstellungen ausserhalb des Shuttles können sich sehen lassen. Abraten würde ich allerdings von der 3D-Variante des Films. Diese ist lediglich nachbearbeitet worden und konnte das gefühlsbetonte Abenteuer nicht wirklich bereichern.

Passengers ist, wie schon mehrfach erwähnt, dank des Trailers nicht das was ich erwartet habe. Doch genau das macht ihn in meinen Augen besser! Nimmt also ruhig die Freundin mit und stellt euch auf einen romantischen Film ein, der stellenweise sehr tiefgreifend und gegen Ende auch spannend werden kann. 8,5 von 10 Punkte
1

ACHTUNG: Spoiler-Abschnitt! Meinung und Fazit
Man mag den Trailer wegen dem oben ausgeführten Misverständnis nun schlechtreden, doch eine Sache hat er uns glücklicherweise verschwiegen! In der ersten halben Stunde gibt es schließlich nur EINE wache Person, wodurch die Isolation natürlich erst so richtig gegeben ist. Zu zweit eine aussichtslose Lage zu überstehen mag für die eigene Psyche noch aushaltbar sein, doch ganz alleine? Was würdet ihr tun? Leben.. die Sau rauslassen.. nackt rumlaufen. Sich gehen lassen. Depressive und verrückte Phasen durchleben. All das wird in der Anfangsphase von Passengers SO gut aufgegriffen. Eine der bewegendsten Szenen war für mich, als sich Jim im Suff nach draussen begibt und beim Anblick des endlosen Weltalls weinen musste.

Hinzu kommt dann der Gewissensbiss einen weiteren Menschen ‚aufzuwecken‘, um nicht vollständig verrückt zu werden. Im gleichen Atemzug setzt man diesen Menschen in die gleiche, aussichtslose Situation, was fast mit einem Mord gleich zu setzen ist.
Alleine diese tiefgründigen Situationen machen den Film in meinen Augen zu etwas Besonderem.
2

Die zweite Hälfte des Films war dann eine solide Unterhaltung. Natürlich musste es heraus kommen, dass Aurora wegen Jim wach wurde. Das Drama war vorprogrammiert bis die Rettung der weiteren Passagiere in den Vordergrund rückte. Zum Ende bekamen wir dann schon fast unerwartet ein Happy End: Jim überlebte den Einsatz draussen und Aurora verneinte die Möglichkeit wieder in den Kryoschlaf versetzt zu werden. Es mag klischeehaft gewesen sein, doch ich war damit sehr glücklich. Es muss nicht immer ein Bruce Willis sein, der sich am Schluss aufopfert oder seine Liebste dazu zwingt, ihr Leben ohne ihn zu verbringen. Stattdessen haben die Beiden in glücklicher Zweisamkeit ein Leben auf der Avalon geführt und das Beste daraus gemacht.

Somit bleibt mir schlussendlich zu sagen, dass Passengers ein sehr gelungener Film ist, über den man hinterher auch noch etwas nachdenken kann. Wie habt ihr den Film empfunden? – Ich freue mich über eure Kommentare! ^^

Advertisements

3 Antworten to “Passengers: Review und Fazit”

  1. modrome Says:

    Moin John,

    hab den Film nun endlich auch gesehen und darf jetzt auch hier lesen 😉 Versuche generell mich spoilerfrei zu halten und vermeide auch Trailer und Kritiken.
    Schönes Review hast Du geschrieben. Im Grunde könnt ich jetzt zustimmen und mich grüßend verabschieden.
    Naja, kennst mich ja, geht so einfach bei mir nich.. ;-D
    Denke, der Film ist jetzt lang genug am Markt, dass ich auf Spoiler nich mehr achten muss. Mit „Titanic im Weltraum“ haste sicher einen guten Vergleich gezogen bezüglich der Liebesgeschichte.
    Jim eher aus der Unterklasse und Aurora kann sich halt mehr als en Kleisterfrühstück leisten. 😉
    Im ersten Abschnitt, der meiner Meinung nach auch die Stärke des Films ist, musste ich aber eher an „Cast Away“ (mit Tom Hanks) denken. Sehr schön und spannend gemacht bis zu dem Moment, wo er sich entschließt Aurora zu wecken. Ab da wurde der Film eher vorhersehbar, aber blieb trotzdem gut. Für meinen Geschmack ein bißerl überzogen fand ich die Katastrophe. Weniger spektakulär hätte dem Film mehr gestanden. Das Ende hingegen… Wow! Richtig gut. Sofort als die Scene kam, hatte ich mit Kind und Kindeskindern gerechnet. Naja, war wohl eine platonische Liebe. 🙂
    Was man nicht vergessen sollte, ist die Grundidee des Films. Eine Reise von 120 Jahren zu einem anderen Planeten!
    Ja, das muss man sich jetzt erstma auf der Zunge zergehen lassen. Einschlafen und alles was man kennt ist weg. Familie und Freunde tot und alles bekannte futsch. Puh, mir wird schwindelig bei dem Gedanken. Die Steigerung von so einem Plan is dann wohl nur noch Aurora`s Vorhaben. Nach bummelig 250 Jahren wieder zurück auf der Erde!
    Möchte man so etwas tun?
    Da wirkt deine Frage, ob ich nackt durch die Station rennen würde ja fast schon lächerlich. ;-D
    Definitiv aber hat dieser Film ein Platz in meiner Videosammlung.
    Abschließend möcht ich dir noch Arrival ans Herz legen. Für mich war`s auch ein richtig guter Film.

    Schöne Sache übriegens mit deinem Blog. Hab ja früher schon ma gespitzelt, aber so dreist ein PW zu erfragen war ich dann doch nich 😉
    So, nu hab ich aber genug gelabert.
    Mach`s gut und halt die Ohren steif.
    CU

    • Auf die Idee, dass sie eigentlich für Nachwuchs sorgen könnten, bin ich garnicht gekommen! Schade, dass dies nicht der Fall war^^
      Arrival habe ich erst vor Kurzem gesehen, ein unglaublich geniales Meisterwerk… stelle ich sofort gleich mit Interstellar. Ich liebe diese Art Filme einfach.. Erst kürzlich den (nicht ganz so starken) Gravity gesehen und nächste Woche bin ich mal auf Life im Kino gespannt.

  2. modrome Says:

    Jip, Arrival is für mich auch etwas ganz Großes.
    Irgendwo hab ich ma gelesen, Independance Day nur in gut 😉
    Naja, is natürlich ein hinkender Vergleich. Das eine ein Action-Film und Arrival ein ruhiger, fast schon intimer Film. Für mich bleibt sicher die Macht der Sprache in Erinnerung. Egal in welcher Form, kann man miteinander kommunizieren schafft man Verständigung. Hat man Verständigung ist der Schritt zu gegeseitigem Verständnis nicht mehr so groß. Steckt sicher noch mehr drin, is nur das erste was mir so in den Sinn kommt.
    Ein Review zu diesem Film wäre sicher nicht so einfach, wie zu Passengers 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: